Stell dir vor Du sitzt am Steuer deines Autos und fährst auf der Autobahn. Du fährst in eine Baustelle, dort wird die Fahrspur enger und der Verkehr kommt dichter zusammen.

Neben dir, auf der rechten Spur fährt ein LKW. Der Fahrer sieht dich nicht und  zieht plötzlich auf deine Spur. Wenn Du jetzt nicht sofort etwas unternimmst, dann rammt er dich. Es gibt zwei mögliche Szenarien: Du wechselst Du auf die Linke Spur um einen Zusammenstoß zu vermeiden oder gehst Du voll auf die Bremse, damit es nicht kracht.

Mir ist das gerade gestern, auf der Farht von Aachen nach Hannover genauso passiert. Ich habe mich nicht bewusst für eine Reaktionen entschieden. Die Entscheidung wurde ganz automatisch von meinem Gehirn getroffen.

In diesem Artikel erfährst Du, warum ich heute unbeschadet den Artikel schreiben kann und nich eingegipst im Krankenhaus liege. Es geht um die beiden grundsätzlichen Arten des Denkens.

Grundsätzlich lässt sich Denken in zwei Kategorien einteilen

  1. Dem intuitiven, emotional gesteuerten Denken und
  2. Dem rationalen, logisch gesteuertem Denken

Das emotionale denken ist blitzschnell und braucht nur wenige Merkmale um eine Entscheidung zu treffen. Dagegen zieht das rationale Denken mehrere Möglichkeiten in Betracht, wägt ab und vergleicht, bis es eine Entscheidungen trifft.

In dem Beispiel von oben hat das emotionale denken sofort eingegriffen und ich bin voll auf die Bremse gestiegen, um den Unfall zu vermeiden.

Wenn sich das rationale Gehirn eingeschaltet hätte, dann wäre wertvolle Zeit verloren gewesen. Ich hätte im Außenspiegel schauen müssen ob links frei ist. Zur Sicherheit noch einen Schulterblick machen müssen und blinken um dann die Spur zu wechseln. Ganz logisch und rational, so wie wir das in der Fahrschule lernen.

Allerdings hätte der LKW in der Zeit die Schnauze vom Auto erwischt, mich zur Seite gedrückt, ins Schleudern gebracht und gegen die Betonpoller katapultiert.

Dann wär der nachfolgende Verkehr in mich rein gerauscht und wir hätten eine verwobene Ansammlung aus Auto und Mensch ergeben. Das nächste, was ich gehört hätte, wären Sirenen, das Kreischen des Metallschneiders und der Rettungshubschrauber.

Zum Glück sitze ich aber auf meinem Balkon mit einem frischem Minz Tee und freue mich über den blauen Himmel, das Vögelgezwitscher und Nachbarskinder die Wasserbomben werfen.

Ein Hoch auf das emotionsgesteuerte Denken

Das emotionale Denken kennt keine Optionen. Es reagiert einfach. Sobald Warnzeichen in der Umwelt wahr genommen werden, trifft es eine Entscheidung. Dadurch kann auch Fehlalarm ausgelöst werden.

Wenn wir uns zum Beispiel in der Dämmerung vor einem Baum erschrecken, der so aussieht wie ein Tier. Oder wenn Katzen auf eine Gurke reagieren, als ob es sich um eine Schlange handelt.

Das emotionale Gehirn erkennt nur schemenhaft eine Gefahr und sendet sofort Warnsignale. Das liegt ganz einfach daran, dass es besser ist einmal mehr gewarnt zu sein, als verletzt oder getötet zu werden.

Dadurch konnten unsere Steinzeit Vorfahren überleben und wir sind die Nachfahren dieser Urzeit Menschen.

Dabei unterliegen diese Reaktionen einer absoluten Gewissheit. In dem Moment ist kein Platz zum nachdenken. Das logische Gehirn wird sozusagen aus geschaltet. Bis nach ein paar Sekunden oder Minuten der Hormon Cocktail dünner wird und der Neo Kortex wieder arbeiten kann.

In dem Autobahn Beispiel kamen mir erst nach dem Schock die Möglichkeit in den Sinn, dass ich auch die Spur hätte wechseln können. Jedoch war mir das in dem Moment überhaupt nicht bewusst. Das Notsignal war klar: „Weg von dem LKW“ und die Reaktion „auf die Bremse – sofort!“

Das emotionale Gehirn ist sozusagen ein „Radar für Gefahren“

Mit dem rationalem Denken können wir großartig Kreuzworträtsel lösen, Dokumente stempeln und Menschen zum Mars schicken. Jedoch ist das nur ein Teil von uns. Viel wichtiger, sogar überlebenswichtig ist der emotionale Teil unseres Denkens.

Das gilt nicht nur in brenzligen Situationen, sondern auch in Alltag. Unser Alltag ist größtenteils emotionsgesteuert. Dabei bemerken wir das nicht einmal. Der Grund warum Du Zahnpasta Y benutzt und nicht Zahnpasta X, hat etwas mit der Emotionalsierung des Produkts zu tun.

Dabei handelt es sich um ein ganz anderes Thema, dass ich einen der nächsten Beiträgen behandeln werde. Melde dich für den Newsletter an und bleib auf dem Laufenden.